Manuelle Medizin

Kinder sind Botschaften,
die wir in eine Zeit entsenden,

die wir nicht mehr erleben werden.
John W. Whitehead
 

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Buchveröffentlichung:

Literatur für Eltern und Therapeuten.
Robby Sacher, KISS KIDDs, verlag modernes lernen, 2004

Anlässlich des Artikels - Spiegel Heft 12/2009 - Kiss-Syndrom

Stellungnahme:

Die journalistische Aufbereitung medizinischer Streitfragen ist sicher
ein schwieriges Unterfangen und bedarf gewissenhafter Recherche, frei
von Vorurteilen oder externer Interessenslagen.
In ihrem tendenziös gehaltenen Beitrag „Biedermanns schiefe Kinder“
scheinen die Redakteure - man ist geneigt zu glauben wider besseren
Wissens - solche Grundregeln journalistischen Handwerks zu ignorieren.
In Boulevardpressemanier wird dann auch schnell klar, dass sich die
Verfasser weniger mit der Frage manualmedizinischer Diagnose - und
Therapieoptionen im Kindesalter beschäftigen (was man bei den
medizinischen Grundkenntnissen einer der beiden Journalistinnen
erwarten sollte) als mit der Filtration von Informationen, die das
bereits vorgefertigte Meinungsbild unterlegen.
Bei gründlicher Recherche und etwas journalistischer Redlichkeit wäre
den Redakteuren sicher nicht entgangen, dass der Symptomkomplex der
KISS eine deutlich längere Vorgeschichte hat und unter anderem in den
1960er Jahren als cervical diencephal statisches Syndrom des Säuglings
später als Schieflagesyndrom oder Siebenersyndrom beschrieben wurde.
Ebenso wird die Behandlung - entgegen der Darstellung - im Rahmen der
kassenärztlichen Versorgung ohne Probleme übernommen. Fachärzte, die
in einer von der Bundesärztekammer zertifizierten umfangreichen
Weiterbildung die Zusatzbezeichnung Chirotherapie erworben haben, als
sogenannten Manualmedizinern jegliches differentialdiagnostisches
Vorgehen abzusprechen und monetäre Aspekte ihrer Arbeit in den
Vordergrund zu stellen, geht bei aller kritischer Diskussion zu weit.
Biedermann im weiteren zu unterstellen, dass nach seiner Auffassung
Studien zur manualmedizinischen Behandlung von Kindern nebensächlich
seien, verkehrt die Tatsachen dann ins Gegenteil. Letztlich ist er
gemeinsam mit Neuropädiatern um Prof. Wirth in Wuppertal der
Hauptinitiator einer Studie zur Behandlung kindlicher Kopfschmerzformen.
Sehr betroffen macht dann schon, dass die seit Jahren bekannte
Argumentation von Herrn Stücker nicht hinterfragt wird. Seiner Ansicht
nach sind letztlich die Eltern selbst an der Symptomatik ihrer
Schützlinge Schuld, da sie die betroffenen Säuglinge nicht oft genug
drehen würden. Diese praxisfernen Einschätzungen, die in Bezug zur
radiologischen Diagnostik sogar fachlich falsch sind, gleichen eher
Rückzugsgefechten, die von zielstrebiger Ignoranz geprägt sind.

Vollkommen verloren gegangen ist Lilly Marleen, das kleine Mädchen im
Vorspann. „Sie hat nur geschrien, war unruhig und hat schlecht
getrunken .... sie lag ganz krumm im Bett, wie ein umgekehrtes ,C‘.
Eine einzige manualmedizinische Behandlung konnte dem Kind helfen“.
Vielleicht war ja auch dieses Kind im Rahmen seiner Ärzte-Odyssee bei
Herrn Stücker ...

Dr. R. Sacher
 

 

© Dr. Robby Sacher